Die Folgen einer zu hohen Zuckerzufuhr

Bild: Evan Lorne / Shutterstock.com

Aus gesundheitlicher Sicht ist die Reduzierung des Zuckerkonsums in jeder Hinsicht zu empfehlen. Schon die Zufuhr geringer Mengen an Zucker führt zur Ausschüttung von einem Hormon. Insulin wird in der Bauchspeicheldrüse produziert und ist dafür verantwortlich, dass der Zucker schnell wieder das Blut verlässt. Leider lässt sich dies nicht ganz so einfach umsetzten.

Viele Nahrungsmittel sind echte Zuckerfallen. Die Wirkung des in Obst enthaltenen Fruchtzuckers ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Ein zu hoher Zuckerkonsum lässt sich an einigen Indikatoren erkennen. Die Hinweise auf einen zu hohen Verzehr von Zucker sind bei jedem Menschen individuell und vielfältig. Dennoch ist der Zucker für den Körper sehr wichtig.

1. Wie viel Zucker ist zuviel?

Bild: Imago / blickwinkel

Wird dem Körper zu viel Zucker zugeführt, kann dieser nicht mehr so einfach in die Zellen eingelagert werden. Die Zellen stumpfen in diesem Fall gegen Insulin ab, wodurch die Insulinsensibilität reduziert wird. Es wird dann immer mehr Insulin benötigt, damit der Zucker in die Zellen gelangen kann. Dadurch nimmt das Risiko einer Typ-2-Diabetes zu.

Da sich die Menschen immer weniger bewegen, stellt Zucker heutzutage ein größeres Problem dar. Durch regelmäßige sportliche Betätigung wird in den Muskeln der Zuckerspeicher abgebaut, und hilft beim Aufbau der Muskulatur. Durch mangelnde Bewegung ist der Zuckerspiegel in der Muskulatur zu hoch. Die Leber wandelt diesen überschüssigen Zucker in Fett um. Die Folge ist eine Nicht-alkoholische Fettleber.

2. Nicht-alkoholische Fettleber

Bild: Imago / Panthermedia

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass in Deutschland schon fast 30 % aller Untersuchten Anzeichen einer Fettleber aufweisen. Bei den über fünfzigjährigen sind es sogar 40 %. Bei ihnen macht sich die Kombination aus zu vielen Kohlenhydraten (z.B. Zucker) und mangelnder Bewegung besonders bemerkbar. Die Höhe des täglichen Zuckerkonsums ist also stark von der Bewegung abhängig.

Aktive Menschen, die regelmäßig Sport treiben, können mehr Kohlenhydrate aufnehmen. Durch die Aufnahme von Zucker werden Muskelspeicher aufgebaut, die als direkte Energiequelle dienen. Für die Tätigkeit des Gehirns, die Nervenzellen und die roten Blutkörperchen, also für die Systeme und Organe die zwingend und schnell auf Blutzucker angewiesen sind, werden ca. fünf Gramm Glukose (Traubenzucker) pro Stunde benötigt. Das entspricht 120 Gramm am Tag.

3. Der Zuckerbedarf pro Tag

Bild: Flotsam / Shutterstock.com

Allerdings bedeutet dies nicht, dass pro Tag 120 Gramm Traubenzucker aufgenommen werden sollten. Die erforderliche Glukose für die Aufrechterhaltung der lebensnotwendigen Prozesse stellt der Körper selbst her. Dabei ist Gesamtmenge der Energie maßgebend. 10 % davon sollten Zucker sein.

Werden beispielsweise 2.000 Kilokalorien am Tag benötigt, wären dies 200 Kilokalorien. Ein Gramm Kohlenhydrate entspricht etwa 4 Kilokalorien, also am Tag höchstens 50 Gramm Zucker. Diese 50 Gramm stellen für Menschen mit wenig Bewegung die absolute Obergrenze dar. In dieser Rechnung ist allerdings nur der Traubenzucker einbezogen, da dieser vom Körper selbst produziert werden kann und im dann Blut vorhanden ist.

4. Fruchtzucker ist gefährlicher als Traubenzucker

Bild: Ivonne Wierink / Shutterstock.com

Saccharose, also der übliche Haushaltszucker besteht zu einem aus Fruchtzucker und zu anderem aus Traubenzucker. Das bedeutet, durch die Aufnahme von Früchten und Obst kann bereits der Zuckerbedarf von 50 Gramm erreicht werden. Fruchtzucker benötigt kein Insulin und wird von der Leber einfach und vorrangig in Fett umgewandelt.

Traubenzucker geht zwar stark zulasten des Insulinspiegels, dennoch hat Fruchtzucker eher einen schädlichen Effekt. Fruchtzucker regt beispielsweise Entzündungsprozesse im Körper an. Symptome für einen zu hohen Zuckerkonsum sind vielfältig und individuell. Hier sind beispielsweise Müdigkeit, Kopfschmerzen, häufiger Durst, Hautreizungen oder Karies zu nennen. Im Folgenden werden die bekanntesten und schädlichsten Indikatoren für einen zu hohen Zuckerkonsum vorgestellt.

5. Schlechter Insulin- und Blutzuckerspiegel

Bild: Imago / imagebroker

Der nüchterne Blutzucker- und Insulinspiegel kann von einem Arzt bestimmt werden. Allerdings wird dies von den meisten Kassen leider nicht übernommen. Es ist auch durchaus möglich, dass der nüchterne Blutzuckerspiegel im Normalbereich liegt, der Körper aber sehr viel Insulin braucht, um diesen Wert so gering zu halten.

Es besteht auch die Möglichkeit den Blutzucker täglich mehrmals mit einem speziellen Messgerät aus der Apotheke zu messen, wie bei einem Diabetiker. So erkennt man beispielsweise ob der Blutzuckerspiegel nach einer zuckerhaltigen Mahlzeit sehr lange erhöht bleibt oder schnell wieder abgebaut wird. Benötigt der Vorgang zu lange, ist der Zuckerkonsum zu hoch und die Zellen sind abgestumpft.

6. Fettleber und Übergewicht

Bild: New Africa / Shutterstock.com

Fällt der Blutzuckerspiegel schnell ab, reagiert der Körper noch sensitiv auf Insulin. Daher gelten Blutzucker- und Insulinwerte als sichere Indikatoren für das Risiko einer Diabetes Typ 2 Erkrankung. Zu viele Kohlenhydrate wie Zucker in Verbindung mit mangelnder Bewegung führen zu Übergewicht. Des Weiteren führt die Einlagerung von Zucker in der Leber zu einer Fettleber.

Beim Verdacht auf eine Fettleber sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Per Ultraschall kann eine Fettleber erkannt werden. Der Arzt bestimmt die Leberwerte. Sind die veränderten Leberwerte nicht auf hohen Alkoholkonsum oder Medikamente zurückzuführen, ist dies ein sicheres Anzeichen für eine zu hohe Zuckerzufuhr.

7. Heißhungerattacken

Bild: Imago / blickwinkel

Heißhungerattacken direkt nach dem Konsum von Süßem können ebenfalls ein Symptom für einen zu hohen Zuckerhaushalt sein. Der Körper reagiert dabei sehr schnell auf den Zuckerkonsum. Dabei könnte eventuell sogar eine Form der psychischen Abhängigkeit vom Zucker vorliegen.

Treten häufig Heißhungerattacken auf, sollten Betroffene Aufzeichnungen über die Aufnahme von zuckerhaltigen Lebensmitteln führen. Zwischen dem Konsum zuckerhaltiger Nahrungsmittel sollten längere „Insulin-Pausen“ eingelegt werden, damit sich der Körper regenerieren kann. Die Mahlzeiten dazwischen sollten mehr Fett- und Eiweiß-betont sein. So schafft es der Körper, den Insulinspiegel über einen längeren Zeitraum gering zu halten. Zu viel Zucker kann noch zu weiteren Problemen führen.

8. Darmprobleme und geschwächtes Immunsystem

Bild: YAKOBCHUK VIACHESLAV / Shutterstock.com

Auch Darmproblem lassen sich oft auf den Zuckerstoffwechsel zurückführen. Durch eine zu hohe Zuckerzufuhr werden die nicht physiologischen schlechten Darmbakterien angeregt. Dadurch entsteht zwischen den schlechten und guten Darmbakterien ein Ungleichgewicht. Folge könnten eine Durchlässigkeit der Darmwand sein. Die Substanzen aus dem Darm gelangen dann ins Blut, wo sie eigentlich nicht hingehören.

Die unterschwelligen Entzündungsreaktionen im Organismus werden dadurch zusätzlich angeregt. Sogenannte Lipopolysaccharide stammen von Darmbakterien und gelangen durch offene Stellen in der Darmwand. Dadurch wird das Immunsystem geschwächt. Ist ständig eine hohe Konzentration an Zucker im Blut vorhanden, funktioniert der Energiestoffwechsel nicht mehr reibungslos. Gerade in Zeiten des Corona-Virus ist es sehr wichtig, ein intaktes Immunsystem zu haben.

9. Konzentrationsschwierigkeiten

Bild: fizkes / Shutterstock.com

Für eine gute Konzentrationsfähigkeit ist ein angemessener Blutzuckerspiegel erforderlich. Ideal hierfür sind die oben berechneten 5 Gramm in der Stunde. Die Hirnzellen können ebenfalls durch zu viel Zucker das Insulin langsamer abbauen. Dies wird als zentralnervöse Insulinresistenz bezeichnet und erst vor kurzem erforscht. Bei Menschen die noch über eine gesunde Sensibilität verfügen, kann eine Unterzuckerung sogar durch zu viel Zucker ausgelöst werden.

In solch einem Fall sinkt durch die Insulinausschüttung der Zuckerspiegel. Wird sehr viel Insulin ausgeschüttet, kann der Blutzuckerspiegel sogar unter den Ausgangswert fallen. Solch eine provozierte Unterzuckerung wird in der Medizin als reaktive Hypoglykämie bezeichnet. Das Gehirn bekommt in so einer Phase nicht mehr die ideale Zuckerversorgung, da der Blutzuckerspiegel zu gering ist. Die Folge sind Konzentrationsschwierigkeiten.

10. Schnelle Zuckerzufuhr erhöht nicht die Leistungsfähigkeit!

Bild: Jacob Lund / Shutterstock.com

In Stresssituationen sollte man nicht einfach Zucker zu sich nehmen , um die Leistungsfähigkeit zu steigern! Tritt eine reaktive Hypoglykämie auf, braucht der Körper schnell Zucker um den Blutzuckerspiegel wieder anzuheben. Damit der Zuckerhaushalt dauerhaft in einem gesunden Gleichgewicht steht, sollte vor Stresssituationen lieber auf Lebensmittel wie Vollkornbrot, Quark oder eine Banane zurückgegriffen werden.

Durch diese Lebensmittel erhält der Körper über einen längeren Zeitraum ausreichend Kohlenhydrate und Zucker. Dennoch kann es in einer stressigen Phase ab und zu sehr hilfreich sein, kleine Mengen Traubenzucker aufzunehmen. Dadurch wird die Ausschüttung von Insulin unterdrückt. Um auf Dauer gesund zu bleiben ist es also nötig die Ernährungsweise so einzustellen, dass wenig Zucker aufgenommen wird.

11. Minimieren der Zuckerzufuhr

Bild: Poring Studio / Shutterstock.com

Eine zu hohe Zuckerzufuhr hat, wie wir ausgeführt haben, nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristige Konsequenzen. Zu viel Zucker ist einer der relevantesten Auslöser der Diabetes Typ 2 Erkrankung. Das Risiko einer Erkrankung kann mit einer Veränderung der Gewohnheiten, einer Umstellung der Ernährung und mehr sportlicher Betätigung deutlich reduziert werden.

Messungen des Blutzuckerspiegels, Insulin-Pausen und die Aufzeichnung der Ernährung helfen ebenfalls sehr gut dabei, seinen Blutzuckerspiegel zu überwachen. Im Grunde genommen ist es nicht schwer sich gesund zu ernähren und auf den Zuckerkonsum zu achten. Essen Sie viel Gemüse, eiweißreiche Kost, wenig Kohlehydrate, nicht zu viel Obst und treiben sie genügend Sport!